Dekokaufhaus – das nenne ich Kundenservice

Ich habe vor kurzem bei Amazon nach ein paar Weingläsern gesucht. Dank dem Marktplatz gab es auch einen externen Anbieter namens Dekokaufhaus, bei dem man die Gläser bestellen konnte. Leider war ich mir bei der Lieferzeit nicht ganz sicher, deshalb bin ich bei Dekokaufhaus auf die Seite gegangen und habe dann die angegebene Nummer angerufen.

Prompt landete ich auf einem Anrufbeantworter. “Oh, nicht schon wieder so ein Anbieter, der das nebenberuflich macht und deshalb den AB einschaltet” … dachte ich und legte auf. 5 Minuten später bekam ich einen Anruf vom Dekokaufhaus, ich hätte angerufen und ob sie mir weiterhelfen könnten. Ups, da war ich aber positiv überrascht und fragte direkt nach der Verfügbarkeit, da ich die Gläser für ein Geburtstagsgeschenk brauchte. Ja, diese Serie hätte man auf Lager und ich sollte doch einfach online bestellen. Gesagt, getan. Ein paar Tage später wiederum ein Anruf von Dekokaufhaus, sie hätten einen Kundenauftrag für Weingläser reinbekommen, allerdings für die geeichte Version der Weingläser. Ob das denn mein Auftrag und auch richtig wäre? Ja, meinte ich. Die regulären Gläser wären vorrätig (deshalb auch die Aussage beim letzten Telefonat), allerdings würden die geeichten Gläser nur sehr selten für die Gastronomie bestellt und deshalb nicht auf Lager. Oh, da geht mein Geburtstagsgeschenk, dachte ich mir. Aber erneut wurde ich positiv überrascht: Wir kriegen das bis zum Geburtstag schon irgendwie hin, er kenne noch eine Quelle, wo er eventuell schnell noch ein paar Gläser besorgen könnte. Wow, das nenne ich mal “für den Kunden ins Zeug legen”. Und ja, die Gläser kamen am Abend vor der Geburtstagsfeier. Vielen Dank, Dekokaufhaus!

Noch eine kleiner Tipp meinerseits: Ich würde die AB-Ansage ändern, das wirkte auf mich zuerst nicht professionell (wobei Euer Kundenservice ja das genaue Gegenteil bewiesen hat!). Ich würde eine freundliche Frauenstimme nehmen, die einen Text sagt wie z.B. “Willkommen beim Dekokaufhaus. Leider sind unsere Leitungen gerade alle belegt. Wir möchten nicht, dass Sie minutenlang in einer nervenden Warteschleife hängen, deshalb hinterlassen Sie uns doch bitte ihre Rufnummer und wir rufen Sie umgehend und natürlich kostenlos zurück. Vielen Dank!”

Bild: Copyright Dekokaufhaus.de

18 Mio. Euro oder lieber 1,2 Mio. Fans?

Durch Deutschland spukt ja gerade die Facebook-Comic-Profilfoto-Welle. Manche finden das witzig, andere eher nicht. Egal, das ist gar nicht das Thema, auf das ich hinaus wollte. Ich wollte nämlich etwas wesentlich Banaleres loswerden, nämlich einen kleinen Hinweis zum Urheberrecht. Diese Fotos sind alle urheberrechtlich geschützt, insofern ist das wohl etwas bedenklich, wenn man sein Profilfoto austauscht. Jetzt könnte man natürlich sagen, das schadet ja keinem. Tut es wahrscheinlich auch nicht, sondern ist ja nur ein Ausdruck davon, welchen Comic man in seiner Kindheit klasse fand. Eine Fan-Bekundung sozusagen. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Und wenn der Comic-Verlag gerade schlecht gelaunt ist, könnte er einfach schön munter drauflos abmahnen. Und da ich ein zahlengetriebener Mensch bin, habe ich jetzt einfach mal berechnet, wie viel das kosten würde:

18.000.000 Euro

Wie komme ich auf die Zahl? Ganz einfach, mit ein paar Annahmen:
1. Das Phänomen scheint auf Deutschland fokussiert zu sein. Es gibt in Deutschland derzeit ca. 12 Mio. Facebook-Nutzer.
2. In meinem Freundeskreis haben derzeit ca. 10% der Nutzer ein Comic-Profilfoto.
3. Vor kurzem hat ein Gericht geurteilt, dass ein Filesharer 15 Euro pro Song “Lizenzgebühren” hätte zahlen müssen. Der Vergleich hinkt etwas, da ein Song nicht ganz einem Foto entspricht, allerdings sind die sonst üblicherweise geforderten 300 Euro pro Song wohl zu hoch gegriffen. Alternativ könnte man wohl auch Seiten wie iStockPhoto zum Vergleich heranziehen, dort gibt es ja Fotos bereits ab 1 € pro Stück – allerdings ist der Bekanntheitsgrad der Comic-Figur dabei nicht berücksichtigt.
======== (Summenstrich :-)
18.000.00 Euro (12 Mio. * 10% * 15 Euro).

Kein schlechtes Geschäft für die Comic-Verlage. Allerdings wohl zu kleinteilig, da der geringe Betrag von 15 Euro pro Nutzer wahrscheinlich den Aufwand nicht lohnt. Mein Vorschlag an die Comic-Verlage: Nutzt diese einmalige Chance, eine Facebook Fan Page für den Comic aufzubauen und die Leute statt einer Abmahnung zur Fanpage einzuladen. Da sich die Profilfotos (soweit ich weiß) auch nicht löschen lassen, kann man ja alles schön nachvollziehen. Los geht’s, liebe Comicverlage!

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