Worum es bei Google Voice wirklich geht

Nach dem Start von Gmail Voice und schon über einer Millionen Anrufe in den ersten 24 Stunden kann man wohl von einer erfolgreichen Markteinführung sprechen. Klar ist das ein direkter Angriff auf Skype und den geplanten Börsengang (und schwupp-di-wupp waren wohl 20% Marktkapitalisierung weg, die es aber zum Glück noch nicht gab). Und klar ist es ein zusätzlicher Service, der die Nutzer an Gmail und Google bindet. Alles richtig, ABER:

Aus meiner Sicht geht es hier vor allem um den Aufbau einer Billing Relationship mit dem Endkunden. Jeder Nutzer akzeptiert, dass er für Gespräche ins Festnetz oder Mobilnetz Geld zahlen muss, das ist dank Skype und anderen gelerntes Verhalten. Wer Gmail Voice jetzt in vollem Umfang nutzen möchte, wird seine Kontoverbindung/Kreditkarte o.ä. für die Rechnung offenlegen. Damit zieht Google als einer der wenigen großen Internetplayer endlich nach, neben dem Cash-Cow AdWords-Geschäft ein starkes zweites Standbein aufzubauen. Google Checkout war der erste (nicht so erfolgreiche) Schritt, demnächst kommen auch Google Spiele (wahrscheinlich mit kostenpflichtigen InGame-Sales) usw. Apple hat es nicht zuletzt durch die für den Nutzer einfache Möglichkeit, Medien in 1 Schritt (Passworteingabe) über iTunes zu kaufen, zu einem dominanten Player in diesem Bereich gebracht. Genau das wird Google auch tun. Apple, zieh Dich warm an!

Und ganz nebenbei könnte Google es auch schaffen, über den Gmail mobile Client kostenlose Mobilfunkgespräche anzubieten. Plötzlich ist Skype für Google nicht mehr ganz so attraktiv, wie ich vor ein paar Tagen gedacht hatte. Hut ab, Google!

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